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Kritik Neal Shusterman

Neal Shusterman – Dry 

Eintauchen … und wieder auftauchen 

Dry ist ein weiterer Roman aus der Feder einer meiner liebsten Autoren. In seinen Büchern kann man abtauchen und sich mitten im Geschehen fühlen. Obwohl sich Dry erstmal des Inhalts nach, nicht nach einer herausragenden Story anhört. Kein Zugriff mehr auf Wasser, oder nur streng rationiertes Wasser zu haben, hat mich eine lange Zeit von diesem Buch fern gehalten. Also so wirklich konnte mich das Buch nicht anziehen. Aber manchmal lese ich auch Bücher nur, wenn sie von einem bestimmten Autor geschrieben wurden, weil sie eben echt gut schreiben können und mich dann völlig überraschen. So wie mit Dry.

Dry ist ein hervorragender, dystopischer Sciencefictionroman für Jugendliche. Es strahlt jedoch eine merkwürdige Anziehung an unterschiedlichen Altersklassen aus, da er bereits nach Herausgabe von vielen Bloggern und Novitätenleser durchgearbeitet und buchstäblich zerlegt wurde. Selbst ich habe es gleich gekauft. Gesellschaftszwang und so ^^. Nur gelesen habe ich ihn dann doch erst einige Zeit später. 


Klappentext: 
Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr. Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.

Informationen zum Buch: Autor: Neal & Jarrod Shusterman Verlag: FISCHER Verlag Genre: Dystopie Erschienen: 22. Mai 2019 Seitenzahl: 448 Cover: Buchcover mit freundlicher Genehmigung von Fischer Verlag bereitgestellt. (Klick)

Herr, wir brauchen Wasser! (alternativ auch Klopapier)

Obwohl mir dieser Roman eigentlich sehr gut gefallen hat, durch die sehr lebhafte und lebendige Schreibweise, hat er jedoch auch seine Schwächen, wenn auch nur sehr wenige. Manche Stellen wirkten künstlich, nicht greifbar und deshalb langweilig. Aber dann schießt es wieder mit einer unglaublichen Authentizität um sich, dass ich nur erschrocken da saß und tatsächlich mit den Figuren mitfühlen konnte. Wasserknappheit ist nicht gerade ein so abwegiges Thema. Wir hatten durch die COVID–Pandemie bereits  ähnliche Erfahrungen, ich sag nur Klopapier–Drama und später das Mehl–und Öl–Phänomen. Neal Shusterman und Sohn stellen hier erschreckend gut da, wie Jugendliche um ein paar Schlücke Wasser kämpfen, zusammenwachsen können trotz Hass, und gemeinsam ihre Abenteuer meistern. So unterschiedlich auch die Jugendlichen sind, hat jeder seine eigene Strategie, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Teilweise auch nachzuvollziehen, manchmal auch unverständlich. Eine Szene war besonders traurig, da blieben meine Augen nicht trocken. Nennt mich ruhig bekloppt, wegen eines „Buchs“ zu heulen. Aber für mich, wie vielen anderen auf diesem Planeten, laufen Bücher nun mal wie Filme in Kopf ab.  

Ich empfehle dieses Buch auf vielen unterschiedlichen Ebenen. Es bewegt zum Nachdenken, auch mal die Dinge zu akzeptieren wie sie nun mal sind. Ich denke, dass Bücher tatsächlich den Horizont erweitern und einen Menschen verändern können. Gerade bei so einem topaktuellen und brisanten Thema wie Wasserknappheit, hilft kein Krieg und Hass. 


Genre Dystopie
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